Manifesto Von Konstruktivismus und Posthumanismus
Es ist 2025 und wir leben in einem Netz voller Verführung und Trugschluss. Großartige Visionen utopischer Lebenswelten sind entweder ausgefallen oder ihre Geschichten kommen langsam zu einem Ende. Es beginnt eine neue Zeit, mit neuen Denkweisen und geistigen Umstürzen.
Neue Generationen erscheinen auf einer Welt, die in Widersprüchen aufgeht. Eine Welt geprägt von Versprechungen, Träumen und einer scheinbar unendlichen Weite, hinterlässt immer mehr Seelen mit einem Gefühl der Leere. Mit der Welt an ihren Fingerspitzen flüchten immer mehr Menschen in wundersame digitale Realitäten - aber wie viel davon ist echt?
Unbemerkt sammeln sich unsere Interaktionen zu unvorstellbaren Größen. Schätzungen zufolge verbringen wir durchschnittlich 30 Jahre unseres Lebens damit, auf Bildschirme zu starren und in anderen Welten zu leben (2020 Nielsen, Total Audience Report).
Aber dennoch - ohne Absicht oder Ziel, wohin die Reise gehen soll, bleiben wir Passagiere eines unbemannten Schiffes auf einem Ozean voller Versuchungen.
Von platonischer Ideen-Lehre
bis zu moderner Systemtheorie scheint es so,
als wäre unsere Realität nicht entdeckt, sondern konstruiert.
Heute sehen wir es wieder -
Angriffe auf das, was wir als „wirklich“ beschreiben.
Abermals liegt die Macht der Konstruktion von Wirklichkeit in den Händen weniger ausgewählter und nicht in den eines jeden einzelnen.
Moderne Marktforschung wirkt dabei wie ein Katalysator.
Milliarden werden ausgegeben um menschliche Werte,
Identitäten und soziale Normen zu erforschen.
Belohnungssysteme fördern bestimmte Darstellungsweisen,
Wahrnehmung wird zu einem Ökonomischen Gut und Algorithmen entscheiden über erhebliche Auswirkungen für unser tägliches Leben.
So zum Beispiel zum größten Teil über das,
was wir online sehen, über unsere Kreditwürdigkeit,
Versicherungstarife, Strafverfolgung und Bewerbungsverfahren.
Obwohl wir wissen, dass Algorithmen historische Vorurteile verstärken, für uns wenig nachvollziehbar sind und ungenaue Metriken benutzen, erweitern wir ihre Anwendungsbereiche täglich.
Unserer modernen Welt gehen langsam ihre Utopien aus.
Wir sehen wie gesellschaftliches Vertrauen sinkt, der Raum des Möglichen immer weiter verengt und zwischenmenschliche Werte verschwinden. Vom Klimawandel bis zur Sklaverei durch Konsum verschärfen sich unsere Vorstellungen einer freiheitslosen, dystopischen Zukunft.
Nichtsdestotrotz,
es gibt keine Beobachtung ohne Beobachter.
Trotz ansteigender Zukunftsängste, zeigt die Gegenwart großes Potential, auch globale Probleme anzugehen
und die Lebensqualität für viele Menschen zu verbessern.
Nun liegt es in den Händen neuer Generationen, einen Umgang mit diesen ambivalenten Realitäten zu finden und den Kampf um ihre Wahrnehmung nicht zu vergessen.
Gegen eine „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ und eine reizüberflutete Öffentlichkeit – bis hin zu neuen Utopien und einem Leben aus Mut und Klugheit, Autonomie und Selbstbestimmung, Freiheit und Eigenverantwortung.